Hier ein paar Projekte, die der Verein unterstützt hat.

Februar 2014 (Berlin): König Ubu

Erleben Sie ungezügelte Egomanie! Erschauern Sie vor unbarmherziger Gewissenlosigkeit!

Als Alfred Jarrys König Ubu 1896 in Paris uraufgeführt wurde, prügelte sich das zwischen Euphorie und Entsetzen gespaltene Publikum: König Ubu mordet, massakriert, zerreißt Menschen, ganz nach seinem Motto: „erst bereichere ich mich, dann bringe ich jedermann um und dann laufe ich davon“.

Eine Ode an die Boshaftigkeit, an den Menschen, der unsere „geheimsten Wünsche“ auslebt, an das „Es“, so inszeniert Beatrice Murmann das Meisterwerk Jarrys. Augenzwinkernd werden alle bisherigen Darstellungsformen seines Stückes von Marionettentheater bis Trickfilm zitiert, oder mittels Live-Videokunst ins Heute überführt.

Lachen Sie über Jarrys absurdes Theaterstück, befreien Sie sich von politischer Trostlosigkeit! Lassen Sie sich durch Friedhelm Ptok als König Ubu durch die verworrenen Räume (warm anziehen!) des Stadtbads Steglitz führen.

Zitty: »Vier Darsteller zeigen in einer präzisen, reduzierten Dramaturgie die Mechanik der Macht und ihre fatalen Folgen..... Klug, wie die Räume in dieser Inszenierung gleichsam mitspielen. Spannender Politkrimi.«

Juni 2013 (Weiden/Berlin): Pizza-Man

Zwei Frauen, ein Gedanke: Rache!

Julie und Alice leben eigentlich ein ganz normales Leben in der Endlosschleife: die eine als Dauer-Single mit abgebrochenem Studium und ständig wechselnden Jobs, die andere als Langzeit-Geliebte mit festem Einkommen. Der einstige Traum vom Leben aus der Fernsehwerbung scheint in weite Ferne gerückt, auch wenn Alice ihn immer noch hinterher jagt. Julie hat resigniert und trinkt - doch ausgerechnet dieser Abend gerät aus den Fugen: Alice wird die Liebe gekündigt, Julie der Job. Etwas muß sich ändern, der Frust muß raus – doch wie rächt man sich an einer scheinbar von Männern vergewaltigten Welt? Man bekämpft sie mit ihren eigenen Waffen. Ein Opfer muß her – und erscheint noch ehe es gefunden ist: Eddie, der Pizza-Bote.

Die amerikanische Autorin Darlene Craviotto, die an Agoraphobie leidet, spielt geschickt mit Klischees und Moden: Potenzschwierigkeiten, Fast-Food-Kultur und Priestertum. Jeder hat ein Arsenal an Entschuldigungen für das eigene Scheitern parat. Und die Männer sind entweder Machos oder Weicheier – auf jeden Fall schuld an der Misere.

Die Sicht auf die eigene Person ist geprägt von der Welt der Medien und der Werbung. Kommunikation besteht nur noch aus uneingelösten Konsum-versprechen und sinnentleerten Worthülsen aus dem Reality-TV.

Der Neue Tag Weiden: »Regisseurin Beatrice Murmann und Produzent Stephan Brunner gelingt mit „Pizza Man“....eine geschickte und intelligente Inszenierung...«

Berliner Morgenpost: »Mit der Berliner Erstaufführung von Darlene Craviottos „Pizzaman“ in der alten Näherei ist dem Theater im Stadtbad Steglitz wieder ein echter Coup gelungen.... Toll besetzt, witzig, dramatisch und spannend. Ein richtig guter Theaterabend.«

November 2012 (Berlin): Bunburry - Über die Bedeutung "Ernst" zu sein

Arbeit, Kummer, Verantwortung, der Wochentag»Montag«..? Hier nicht – in Oscar Wildes siebtem und letztem Bühnenwerk, das 1895 in London seine umjubelte Premiere erlebte, herrscht nichts als Muße, ausgefüllt mit Konversation. Diese aber hat es in sich: Geschliffene, funkelnde, aber auch messerscharf schneidende Dialoge zeugen von Stil und Originalität. Schlagfertigkeit – auch Selbstironie – zeichnet alle Akteure aus. Jack und Algernon genießen ihr Doppelleben. Während Algernon seine Landpartien mit Krankenbesuchen bei seinem erfundenen Freund Bunbury begründet, rechtfertigt Jack seine Ausf lüge in die Stadt mit seinem verkommenen, hilfsbedürftigen Bruder Ernst – und nennt sich dabei selbst Ernst. Problematisch wird das, als zwei Frauen »ernsthaft« ins Spiel kommen.

The Importance of Being Earnest« lautet der englische Titel der Verwechslungskomödie. »Being earnest« heisst wörtlich übersetzt »aufrichtig sein«. Oscar Wilde findet diese Aufrichtigkeit im Gekünstelten, im geistreich »Erlogenen«, wohl wissend, dass Gesellschaft stets Inszenierung ist. Die Welt als Komödie, oder anders herum gesagt: die Komödie als DIE Welt. Ein Spiel für den blitzwachen Geist also, in der Darstellungsalopp, und natürlich (nicht) ganz ernst zu nehmen!

Neues Deutschland: »Den Darstellern merkt man die Lust am Verwechslungsspiel und an den brillanten Dialogen in jeder Sekunde an... Ein rundum gelungenes, mit leichter Hand und viel Geist inszeniertes Theaterstück, das die Gesellschaft als Komödie zeigt.«

Berliner Morgenpost: In der Inszenierung der Verwechslungskomödie werden alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die das alte Bad als Kulisse bietet. Regisseurin Beatrice Murmann begnügt sich nicht damit, das Stück nachzubuchstabieren. Vielmehr versetzt sie die Salonkomödie in die heutige Zeit. Dabei gelingt es ihr, das mondän wirkende Stück auf ungewöhnliche Weise und mit hintergründigem Humor in die alles andere als mondänen Räumlichkeiten hineinzuversetzen.«

Februar 2011 (Berlin): Wie man Wünsche beim Schwanz packt

Was passiert, wenn Picasso, der bekannteste bildende Künstler des 20. Jahrhunderts und Erotomane, ein Theaterstück schreibt?

Die Figuren entspringen surrealistischen Bildern und geben dem Publikum Einblick in seinen erotischen Kosmos.

„Wie man Wünsche am Schwanz packt“ entstand im winterlichen Paris im Kriegsjahr 1941. In erotischer Obsession umkreisen sich 5 Frauen und 3 Männer in der Kälte und den Bedrohungen des 2. Weltkrieges.

⇒Picassos-Stueck.de

Zitty: »Beatrice Murrmanns Figuren wollen sich amüsieren - eine exzessive Suche nach dem kleinen Glück, nachts in Berlin. Der Zuschauer durchschreitet eine surreale Collage aus Theaterspiel, Videokunst, Musikkomposition und Gedichten.«

Neues Deutschland: »Es macht einfach nur Spaß zuzusehen.«

April 2008 (Berlin): Haltestelle. Geister

"Machste Disco?"

Nachts in Berlin. Eine Haltestelle als Nicht-Ort zufälliger Begegnungen. In Helmut Kraussers Trashoper treffen sie aufeinander: halbstarke Frauen, ein Drogendealer, eine Prinzessin von einem anderen Stern, ein Penner und andere Vergnügungssüchtige. Alle suchen etwas, viele finden den Tod und geistern um die Lebenden herum bis zu ihrer Abfahrt ins Jenseits. Mit einem Ensemble aus 14 Schauspielern präsentiert Enkidu Events Kraussers schrilles Theaterstück um das Gefangensein in der eigenen Selbstdarstellung, den Möglichkeiten von Begegnungen und dem Begehren nach Liebe, Sex und Rausch als eine Collage aus antiker Komödie, Geisterbahnfahrt und Nummernrevue. Regie (Beatrice Murmann) und Bühnenbild (Mirko Hinrichs) entwerfen einen mehrdimensionalen Science Fiction in dem die Dramen der Figuren theatral, filmisch und mit Gesangs- und Tanzeinlagen in Szene gesetzt werden. Musikalische Begleitung durch die Elektro-Arrangements des Live-Künstlers Karl Pannasch.

⇒haltestellegeister.de

Zeit online, Tagesspiegel: »Harte Schale, weicher Kern. Die Figuren in Helmut Kraussers „Haltestelle. Geister“ trumpfen auf, sind aber zerbrechlich. Den Zuschauer erwarten schnelle Szenen, durchgeknallte Typen und perverse Sprüche, die garantiert nicht jugendfrei sind.«

Wiederaufnahme auf Rügen in der Kurmuschel in Sassnitz. Kooperation enkidu-events mit dem Verein Mehrgenerationenhaus Sassnitz Grundtvighaus.

Ostsee-Zeitung: »Das Stück ist ein Sprach-Konvolut menschlicher Abgründe. Ein starker Text. Frecher Großstadt-Slang. Es hagelt geistreiche Knall-Pointen, Sinnakrobatik und perverse Verbalerotik. Sehr komödiantisch auch. Dabei waren die Schauspieler weit davon entfernt, ihre Figuren zu karikieren.
Regisseurin Beatrice Murmann beweist sagenhaftes Talent für Rhythmus und Pointe. Die Ticks und Spinnereien der 15 Egozentriker, der pointierte Text und die Brüche durch einige gut gesetzte Gesangs- und Tanzeinlagen, erforderten präzises, punktgenaues, aufeinander abgestimmtes Spiel.«

Oktober 2004 (Berlin): Beckeπ

In LIEBST DU MICH LUMP werden Theater, Videokunst, Musik und Wissenschaft durch die künstlerischen Mittel des Internets verwoben. Die Inszenierung nutzt das Internet und macht gleichzeitig seine Individualisierung der Weltsicht zum Thema. Es gibt keine homogene Publikumsgruppe mehr, allein die Netz-User können das Gesamtzusammenspiel erkennen und bilden so eine im Doppelsinn "zerstreute" Zuschauerschaft.

⇒beckett-pi.de

SWR2 online: »Sprache, die zu mathematischen Formeln zerfliesst, zu Rätsel und Orakel wird, und sich jeden Abend neu und anders zusammensetzt. Audiohyperspace empfiehlt: Anhören, anschauen!«

 

 

 

 

 

 

 

Juni 2003 (Berlin): Schöpfung

Was kann ein Mensch in sieben Tagen erschaffen?

Ohne jegliche Vorgabe wird ein Team von 20 experimentierfreudigen Kunst- und Kulturschaffenden in geschichtsträchtigem Raum eingeschlossen - den ehemaligen Ateliers von Aktionskünstler Martin Kippenberger und Starfotograf Jim Rakete - um in sieben Tagen ein Theaterstück zu erschaffen.

⇒schoepfung.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oktober 2002 (Berlin): Birdsong